Let go of your ego in the dōjō
29.05.25
Zoran Radakovic

Das Dōjō ist kein Ort für Ego
Das Dōjō ist ein Ort, an dem unsere Fehler sichtbar gemacht werden sollen, damit wir uns ständig verbessern und mit ihnen auseinandersetzen können. Schon allein der Kagami (Spiegel) am Kamidana symbolisiert diese Haltung, die für das Training als Budōka wesentlich ist.
Dennoch gibt es Menschen, die ins Dōjō kommen und keine konstruktive Kritik ertragen können. Das betrifft oft fortgeschrittene Schüler, aber auch jene, die glauben, bestimmte Techniken schon oft genug geübt zu haben und kein weiteres Feedback mehr zu brauchen. An diesem Punkt geht der Wille zur ständigen Verbesserung oder Veränderung verloren. Die Frage, die ich mir dann oft stelle, ist: Warum kommen sie überhaupt noch zum Training, wenn der Wille zur Weiterentwicklung fehlt?
Korrektur – die beste Form von Feedback
Im Laufe meines Budō-Weges waren meine liebsten Momente jene, in denen ich direktes Feedback von meinen Lehrern erhielt. In genau diesen Momenten bekam ich eine klare Richtung aufgezeigt, wo ich ansetzen konnte, um mein Taijutsu zu verbessern. Ich habe dieses Feedback sofort notiert und dann zu Hause geübt, damit ich beim nächsten Mal nicht auf denselben Punkt hingewiesen werden musste.
Solotraining ist wichtig – aber ohne jemanden, der einem die eigenen Fehler aufzeigt, läuft man Gefahr, falsche Bewegungen einzuüben und sich der Illusion hinzugeben, man sei fehlerfrei.
Deshalb würde ich jedem Budōka empfehlen, solchen Momenten mehr Aufmerksamkeit zu schenken und für diese direkten Unterweisungen (Kuden) dankbar zu sein. Es ist nämlich keineswegs selbstverständlich, einen Lehrer in der Nähe zu haben – das sollte sich jeder bewusst machen.
Zum Abschluss noch ein Zitat eines geschätzten Lehrers:
„Blumen beginnen zu welken, sobald sie blühen. Sei also eine Blume, die weiter wächst, statt zu blühen. Das Blühen ist der Anfang vom Ende.“ – Sveneric Bogsäter
Dōjō is No Place for Ego
The dōjō is a place where our mistakes should be pointed out so that we can constantly improve and deal with them. Alone, the Kagami (mirror) at the Kamidana symbolizes this attitude, which is essential for the training as Budōka.
Nevertheless, there are people who come to the dōjō and cannot stand constructive criticism. This often concerns advanced students, but also all those who believe they have practiced certain techniques often enough and do not need further feedback. Here the will for constant improvement or change is lost. The question I usually ask myself then is why they come to training at all if the will to improve/change is not there?
Being corrected – Best Kind of Feedback
During my Budō, my favorite moments were when I received direct feedback from my teachers. It was in those moments that I was given a little direction on where to start to improve my Taijutsu. I immediately recorded such feedback in my notes and then trained at home so that I didn’t have to be pointed to the same aspect a second time. Solo training is important, but without someone to point out your own mistakes, you run the risk of training the wrong things and building up an illusion that you are flawless.
Therefore, I would recommend every budōka to pay more attention to such moments and to be grateful for these direct teachings (Kuden). Also it is not a matter of course to have a teacher nearby, everyone should be aware of that.
To end with a little quote from an esteemed teacher: “Flowers start wilting after they bloom. So be a flower that keeps growing and not blooming. Blooming is the beginning of the end.” – Sveneric Bogsäter
